Dienstag, 8. Februar 2011

GLEICHBERECHTIGUNG DER FRAU

Seit erst 50 Jahren ist die Gleichberechtigung der Frau in Deutschland gesetzlich gesichert. Am 1.Juli 1958 trat das Gesetz der Gleichberechtigung der Frau in Kraft, aber so toll war es auch nicht, denn z.B. hieß es damals immer noch: "Eine Ehefrau darf auch gegen den Willen ihres Mannes arbeiten gehen - aber nur, wenn Mann und Kinder darunter nicht leiden." oder "Die Frauen dürfen nun bei Familienangelegenheiten mitreden, bei Erziehungsfragen jedoch behalten die Männer das alleinige Entscheidungsrecht. Gesetzlicher Vertreter der minderjährigen Kinder bleibt allein der Vater. Selbst bei unehelichen Kindern ist nicht die Mutter, sondern ein Amtsvormund zuständig." Erst im Jahre 1977 wurde es etwas besser für die Frauen in Deutschland. Das Gesetz wurde wieder etwas verändert. Eine interessante Chronik zur Geschichte der Frauenrechte findet ihr <hier>.
Erst im Jahre 1994 wurde ein kleiner wichtiger Zusatz in die deutsche Verfassung eingefügt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
Erst seit dem Jahr 1997 ist hierzulande Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat.
Es ist auch immer interessant, wenn z.B. ein Land wie Deutschland jetzt andere Länder, wie die Türkei z.B., ermahnt, kritisiert und so tut, als gebe es in Deutschland schon immer Gleichberechtigung.
Erst seit paar Jahren können Frauen in Deutschland einigermaßen geschützt und frei leben (aber nicht wirklich, oder?). Wie schwer und hart war es wohl für eure Mütter und Großmütter? Was die wohl alles in der Vergangenheit erdulden mussten...

Kommentare:

  1. "Erst seit paar Jahren können Frauen in Deutschland einigermaßen geschützt und frei leben (aber nicht wirklich, oder?)."

    Ich kann dem überhaupt nicht zustimmen. Wenn es schon so pauschal sein soll, dann bin ich auch gemeint. Und ich fühle mich geschützt und absolut frei.

    Mir hat nie jemand Steine in den Weg gelegt, weil ich eine Frau bin. Ich war offenbar „emanzipiert“, bevor ich überhaupt wusste, was das ist. Ich mag auch das Wort „emanzipiert“ nicht, ich empfinde es als diskriminierend.
    Mein Leben ist sehr gut so, wie es ist; nicht obwohl ich eine Frau bin, sondern weil ich ein Mensch bin. Ein Mensch mit Erfahrungen, Grundsätzen, und Idealen. Der sich nicht auf sein Geschlecht reduzieren lässt und dem das auch nicht droht. Ich kann aus meinem Leben machen, was ich will. Und die Frauen, die ich zu meinen Freundinnen zähle, würden das unterschreiben.

    Angesichts aktueller Diskussionen um Frauenquoten und den ganzen komischen Kram, wird schon mal übersehen, dass nicht >alle< Frauen nach so was schreien.

    Das Rollenbild der Frau ist sicher oft ein durch Männer geprägtes. Es wird dabei aber übersehen, dass viele Frauen überhaupt keine Benachteiligungen erfahren. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nicht auf eine einzige gestoßen. Und in der Ehe meiner Eltern hat ganz sicher meine Mutter die Hosen an. :D Wobei ihr Vater ein wahrer Patriarch war.

    Heute sind es die Jungen, die in der Schule gefördert werden müssen, die schlechtere Noten haben, die schlechtere Zukunftsperspektiven haben. Bei all der Schreierei nach der wunderbaren Gleichberechtigung der Frau (solche Dinge legt man nicht auf dem Papier fest, die entwickeln sich in den Köpfen, und das überall auf der Welt!) sollte man die Männer nicht diskriminieren. ;)

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  2. Ich glaube, hier geht es eher um das Gesamtbild. Nicht nur um einzelne Schicksale.

    Ich glaube, dieses Wohlgefühl, Fairness, Sicherheit und Freiheit, die du da über dein Leben beschreibst, gibt es für die meisten Frauen erst seit paar Jahren und ich glaube, es gibt noch eine Menge Frauen in Deutschland, die wirklich sehr schlecht behandelt werden und es sehr schwer haben.

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  3. @Millus: Ich kann gut nachvollziehen, was du geschrieben hast und finde die zeitliche Auflistung hinter dem Link recht interessant! :)
    Vielleicht ist das tatsächlich eine Frage des Alters, mir ist (leider) ausreichend viel begegnet/passiert, wo ich (oder auch Frauen in meinem Umfeld) alleine aufgrund des Geschlechtes Nachteile erfahren haben.
    Und die Anerkennung in naturwissenschaftlichen Bereichen, die man sich als Frau durch bessere Leistungen stets erkämpfen muss, wo Männer alleine aufgrund ihres Geschlechtes eine Anerkennung 'dass sie dort hingehören' erfuhren, ist noch das banalste Beispiel dafür.

    @anonym: Ich finde es etwas vermessen zu sagen 'Bei mir (und meinen Freundinnen) ist alles supi, also gibt es das nicht.'

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